Russischer Nasentyp und seine Merkmale

Russischer Nasentyp und seine Merkmale

Die Russische Nase ist eine beliebte ästhetische Nasenform, bei der die Nasenspitze in einem Winkel oberhalb der üblichen Normen nach oben positioniert ist (hohe Rotation), der Nasenrücken diese Aufwärtsbewegung mit einer ausgeprägten Kurve begleitet und die Spitze eine starke Projektion nach außen vom Gesicht aufweist. Anstatt ein medizinisch-anatomischer Begriff zu sein, zielt dieses Design darauf ab, dem Gesicht einen jüngeren, dynamischeren und „puppenhaften“ Ausdruck zu verleihen, und basiert auf dem Prinzip, der Nasenspitze eine scharfe, diamantähnliche Definition zu geben. Um diesen markanten Look zu erreichen, ist mehr als ein einfaches Anheben erforderlich; es beinhaltet die Vergrößerung des Nasen-Lippen-Winkels und die Sicherstellung einer langfristigen Stabilität durch spezielle strukturelle Transplantationstechniken.

Was ist die russische Nasenästhetik und was sind ihre Hauptmerkmale?

Wenn unsere Patienten in die Klinik kommen, haben sie in der Regel Fotos mit bestimmten Filtern oder Bilder von Prominenten in der Hand. Die gemeinsame Erwartung derjenigen, die eine „Russische Nase“ wünschen, ist das Entfernen eines müden und harten Gesichtsausdrucks. Die Kernphilosophie dieses ästhetischen Stils basiert auf der Erhöhung der Rotation der Nasenspitze. Mit anderen Worten: Die Nasenspitze rotiert nach oben, indem der Winkel, den sie mit der Lippe bildet, vergrößert wird. Dadurch wirkt der Abstand zur Oberlippe optisch offener und luftiger.

Dies ist jedoch nicht nur ein „Lifting“-Eingriff. Auch die Form der Nasenspitze muss sich verändern. Anstelle einer runden, kugelförmigen Spitze wird eine schärfere, kantigere Spitzenstruktur angestrebt – eine, bei der sich das Licht an der Oberfläche bricht, mit einer diamantförmigen oder facettierten Definition. Der Nasenrücken verläuft nicht gerade nach unten, sondern senkt sich von der mittleren Augenbraue bis zur Nasenspitze mit einer sanften Kurve (wie eine Rutsche). Diese Kurve betont die Aufwärtsrotation der Nasenspitze zusätzlich. Kurz gesagt ist dieser Stil eine beliebte Option für diejenigen, die ein selbstbewusstes, feminines und markantes Profil wünschen.

Die markantesten visuellen Merkmale dieses ästhetischen Stils sind wie folgt:

  • Hohe Rotation der Nasenspitze
  • Ausgeprägte Krümmung des Nasenrückens
  • Kurzes Erscheinungsbild der Nase
  • Scharfe Konturen der Nasenspitze
  • Schmale Nasenlöcher
  • Ausgeprägte Projektion der Nasenspitze

Wie sollte der ideale Rotationswinkel der Nasenspitze sein?

In der Rhinoplastik basiert das Konzept des „Idealen“ tatsächlich auf einem mathematischen Gleichgewicht. Die Grenze, wie weit wir eine Nase anheben können, wird sowohl durch ästhetische Normen als auch durch die Anatomie des Patienten bestimmt. Der aufwärtsgerichtete Look, den man sich vorstellt, wenn man von einer „Russischen Nase“ spricht, erfordert ein Arbeiten nahe der oberen Grenze dieser mathematischen Limits.

Unter normalen Bedingungen gilt bei Frauen ein Winkel zwischen 95 und 105 Grad zwischen Nasenspitze und Lippe als ideal. Dieser Bereich sorgt dafür, dass die Nase sowohl natürlich als auch feminin wirkt. Bei den hier angesprochenen hochrotierten Nasen im russischen Stil liegt unser Ziel in der Regel bei 105 Grad. Wenn die Gesichtsstruktur, die Stirnbreite und die Kinnprojektion der Patientin geeignet sind, kann diese Grenze sogar minimal überschritten werden, um einen noch „cooleren“ Look zu erzielen.

Bei Männern ist die Situation völlig anders. Eine übermäßig nach oben gerichtete Nasenspitze führt im männlichen Gesicht zu einem femininen Ausdruck und ist in der Regel unerwünscht. Der ideale Winkel für Männer liegt zwischen 90 und 95 Grad. Mit anderen Worten wird eine flachere, horizontalere und kraftvollere Haltung angestrebt. Die bei Frauen angestrebte „russische“ Rotation von 105 Grad ist für den Chirurgen eine sehr sensible Arbeitszone, da ein unkontrolliertes Überschreiten dieses Winkels zu einem unästhetischen Erscheinungsbild führen kann – allgemein bekannt als „Schweinenase“ –, bei dem das Innere der Nasenlöcher von vorne vollständig sichtbar ist. Daher bedeutet hohe Rotation kein unkontrolliertes Anheben; im Gegenteil, sie erfordert millimetergenaue Präzision.

Warum ist die Projektion der Nasenspitze so wichtig?

Zwei Begriffe, die bei Rhinoplastik-Operationen am häufigsten verwechselt werden, sind „Rotation“ und „Projektion“. Rotation beschreibt, ob die Nase nach oben oder unten zeigt, während Projektion angibt, wie weit die Nase nach vorne aus dem Gesicht herausragt. In der Ästhetik der Russischen Nase reicht es nicht aus, die Nase nur nach oben zu rotieren; sie muss im Gesichtsprofil auch stark nach vorne projizieren.

Man kann sich das wie eine Wippe oder einen Zeltmast vorstellen. Wenn man die Nase nach oben anhebt, ohne sie nach vorne zu stützen, kann sie im Gesicht „aufgesetzt“ und flach wirken. Besonders wenn die Nasenspitze angehoben wird, erscheint die Nase optisch kürzer. Ist die Projektion (die Vorverlagerung) unzureichend, verschwindet die Nase im Gesicht, und das harmonische Gleichgewicht des Gesichts wird gestört.

Bei diesen markanten Nasen benötigen wir eine sehr starke skelettale Struktur, die sowohl die Nasenspitze angehoben hält als auch nach vorne drückt. Der Abstand zwischen dem Punkt, an dem die Nasenflügel auf die Wange treffen, und der Nasenspitze sollte mit den übrigen Gesichtsproportionen harmonieren. Eine korrekt eingestellte Projektion ermöglicht es, dass die Nase „aufwärtsgerichtet, aber klein“ wirkt und gleichzeitig eine charaktervolle Haltung zeigt.

Was ist die Methode der strukturellen Rhinoplastik?

In der Vergangenheit war die Methode, die man mit Rhinoplastik verband, die „Reduktion“, also die Verkleinerungsoperation: Höcker entfernen, Knorpel schneiden, Nase verkleinern und schließen. Dieser Ansatz konnte jedoch langfristige Probleme verursachen, insbesondere bei Fällen wie der Russischen Nase, die eine starke Aufwärtsrotation erfordern. Da die Knorpel geschwächt wurden, senkte sich die Nasenspitze mit der Zeit, und es traten Atemprobleme auf.

Heute verfolgen wir die Philosophie der „Strukturellen Rhinoplastik“. Man kann diesen Ansatz mit dem Bauwesen vergleichen. So wie man bei der Renovierung eines alten Gebäudes die Säulen und Träger verstärken muss, stärken und repositionieren wir bei der Nasenumformung die vorhandenen Strukturen, anstatt sie wegzuschneiden. Wir verwenden Knorpel, die aus dem Inneren der Nase (dem Septum) entnommen werden, als Baumaterial. Diese Knorpel werden speziell geformt und als Stützen (Grafts) an den Schwachstellen der Nase platziert. Auf diese Weise kann die Nase ihre Form auch Jahre nach der Operation beibehalten. Strukturelle Rhinoplastik bedeutet nicht nur, die Nase zu verkleinern, sondern sie auf einem soliden Gerüst neu aufzubauen.

Die wichtigsten Gewebequellen, die bei der strukturellen Rhinoplastik verwendet werden, sind:

  • Septumknorpel
  • Ohrknorpel
  • Rippenknorpel
  • Temporale Faszie

Welche Knorpeltransplantate (Grafts) werden verwendet?

Um eine spezifische und markante Form wie die Russische Nase zu schaffen, müssen wir über Standardtechniken hinausgehen und Knorpelstücke – sogenannte „Grafts“ – an strategischen Punkten platzieren. Diese Grafts sind architektonische Elemente, die es der Nase ermöglichen, ihre neue Form zu bewahren. Jedes Graft hat eine andere Aufgabe, und alle arbeiten als Teile eines Ganzen.

Die Graft-Typen, die wir in der Chirurgie am häufigsten verwenden, sind:

  • Columellar-Strut-Graft
  • Septal-Extension-Graft
  • Spreader-Graft
  • Rim-Graft
  • Dorsales Onlay-Graft
  • Tip-Graft
  • Alar-Batten-Graft

Jedes dieser Grafts wird verwendet, um einen anderen Teil der Nase zu stützen oder zu formen. Beispielsweise werden separate Grafts eingesetzt, um ein Kollabieren der Nasenflügel zu verhindern, und andere, um die Nasenspitze schärfer erscheinen zu lassen. Bei hochrotierten Nasen spielen jedoch insbesondere das Columellar-Strut-Graft und das Septal-Extension-Graft die Hauptrollen.

Welche Funktion hat das Columellar-Strut-Graft?

Eine der Hauptsäulen, die die Nasenspitze aufrecht halten, ist das „Columellar-Strut-Graft“. Man kann sich dieses Graft als eine verborgene Säule vorstellen, die wir in der Haut- und Knorpeltrennwand zwischen den beiden Nasenlöchern, der sogenannten Columella, platzieren. In der Regel entnehmen wir ein gerades Knorpelstück aus dem eigenen Septum des Patienten (der mittleren Nasenwand) und schaffen durch das Vernähen zwischen den medialen Crura, den Knorpeln unterhalb der Nasenspitze, eine stabile Unterstützung.

Der Hauptzweck dieses Grafts besteht darin, der Nasenspitze vertikale Stabilität zu verleihen. Wie der zentrale Mast eines Zeltes verhindert es, dass die Nasenspitze nach unten absinkt. Bei sehr stark nach oben rotierten Nasen wie der Russischen Nase reicht dieses Graft allein jedoch möglicherweise nicht aus, da es zwar die Position der Nasenspitze stabilisiert, aber nur eine begrenzte Fähigkeit besitzt, sie aggressiv nach oben zu rotieren. Dennoch ist es ein unverzichtbarer Bestandteil, um ein solides Fundament zu schaffen und die Symmetrie der Nasenspitze zu gewährleisten.

Warum ist das Septal-Extension-Graft von entscheidender Bedeutung?

Hier kommt der unverzichtbare und wichtigste Akteur der Ästhetik der „Russischen Nase“ ins Spiel: das Septal-Extension-Graft. Wenn wir eine Nase stärker als normal anheben und in dieser Position „fixieren“ wollen, ist die Verwendung dieses Grafts nahezu obligatorisch. Diese Technik basiert auf dem Prinzip, das Septum zu verlängern und die Nasenspitze an dieser Verlängerung zu fixieren, indem Knorpelstücke an die bestehende mittlere Nasenwand (das Septum) angefügt werden.

Man kann sich dieses Graft wie einen „Kragträger“ vorstellen, der an die tragende Hauptwand der Nase angebracht wird. Durch das Platzieren dieses Grafts erhalten wir die vollständige Kontrolle sowohl über den Winkel (Rotation) als auch über die Vorverlagerung (Projektion) der Nasenspitze. Nachdem die Nasenspitze in den gewünschten Winkel gebracht wurde, wird sie an diesem Graft fixiert. Dadurch wird die Nasenspitze resistent gegen die Schwerkraft und gegen die Zugkräfte der mimischen Muskulatur beim Lächeln. Dies ist die stärkste Technik, um ein Absinken der Nasenspitze im Laufe der Zeit zu verhindern. Der eigentliche Held hinter der charakteristischen, fixierten und aufwärtsgerichteten Haltung der Russischen Nase ist in der Regel dieses Graft.

Wie beeinflusst die Tongue-in-Groove-Technik die Dauerhaftigkeit?

Ein weiterer Begriff, der in der chirurgischen Welt häufig verwendet wird, ist die „Tongue-in-Groove“-Technik. Dieser Begriff stammt ursprünglich aus der Tischlerei und beschreibt das Ineinandergreifen zweier Teile durch passgenaues Einfügen. In der Rhinoplastik nutzen wir diese Technik, um die Knorpel der Nasenspitze wie ein Sandwich über das Ende des Septums (oder das Septal-Extension-Graft) zu legen und zu vernähen.

Der größte Vorteil dieser Methode ist ihre Stabilität. Wenn die Knorpel der Nasenspitze (Alarknorpel) über das Septum gelegt und fixiert werden, kann sich die Nasenspitze nicht mehr unabhängig bewegen; sie verhält sich wie ein Teil des Septums. Dies verhindert insbesondere beim Lächeln ein Herunterziehen der Nasenspitze. In der Ästhetik der Russischen Nase ist diese Fixierung entscheidend, um sicherzustellen, dass die dynamische und aufwärtsgerichtete Position der Nasenspitze auch Jahre später nicht verloren geht. Darüber hinaus schränkt diese Technik eine übermäßige Beweglichkeit der Nasenspitze ein und sorgt für eine klarere, präzisere Kontur.

Wie wird der Nasenspitze Definition (Schärfe) verliehen?

Eine nach oben gerichtete Nase erzielt nicht den gewünschten eleganten und attraktiven Effekt, wenn die Spitze rund wie eine Kartoffel ist. Ein weiteres Kennzeichen der Russischen Nase ist die „Definition“, also klar abgegrenzte, scharfe und elegante Konturen der Nasenspitze. Wenn Licht auf die Nasenspitze fällt, sollte ein klarer Glanzpunkt entstehen und kein diffuser Lichtreflex.

Um dies zu erreichen, verwenden wir spezielle Nahttechniken, die als „Suture Techniques“ bezeichnet werden. Die Knorpel, aus denen die Nasenspitze besteht (untere laterale Knorpel), können von Natur aus konvex sein. Wir verschmälern diese Knorpel, indem wir sie auf mikroskopischer Ebene ausdünnen und mit speziellen Nähten formen.

Die wichtigsten angewendeten Nahttechniken sind:

  • Transdomale Naht
  • Interdomale Naht
  • Laterale-Crura-Naht
  • Dome-Equalization-Naht

Durch diese Nähte werden die höchsten Punkte der Nasenspitzenknorpel (die Domes) näher zusammengeführt und verfeinert. Dadurch verringert sich die Breite der Nasenspitze, und ein filigraneres, detaillierteres Erscheinungsbild entsteht. Die Erfahrung des Chirurgen ist hierbei jedoch von großer Bedeutung; werden die Nähte zu fest angezogen, kann die Nasenspitze „eingeklemmt“ wirken oder so aussehen, als wäre eine „Klammer“ angelegt worden. Es gilt, die feine Grenze zwischen Natürlichkeit und Schärfe zu treffen.

Treten funktionell bedingte Atemprobleme auf?

Eine Nase, die ästhetisch hervorragend aussieht, ist funktionell gescheitert, wenn sie nicht richtig atmen kann. In der Ästhetik der Russischen Nase besteht beim Anheben und Verschmälern der Nasenspitze das Risiko, dass sich der Eintrittswinkel der Atemwege – das sogenannte „Nasenventil“ – verengt. Wird dieses Risiko nicht berücksichtigt, kann der Patient nach der Operation trotz einer offenen Nase das Gefühl haben, nicht ausreichend Luft zu bekommen.

Um diesem Problem vorzubeugen, verwenden wir ein „Spreader-Graft“. Man kann sich diese Grafts als Stützen vorstellen, die entlang beider Seiten des Nasenrückens platziert werden und das Dach verbreitern. Wie Federn, die den Mund einer Klammer offenhalten, erweitern diese Grafts den engsten Abschnitt der Atemwege und erleichtern den Luftstrom. Sie verfeinern sowohl die ästhetischen Linien des Nasenrückens (dorsale ästhetische Linien) als auch sichern funktionell die Atemwege. Mit anderen Worten: Wenn wir eine hohe Nase formen, müssen wir gleichzeitig auch die inneren Luftkanäle entsprechend erweitern und stützen.

Beeinflusst dicke oder dünne Haut das Ergebnis?

Einer der wichtigsten Faktoren, die das Ergebnis einer Rhinoplastik bestimmen, ist neben der chirurgischen Erfahrung die Hautstruktur des Patienten. Denn unabhängig davon, wie perfekt das innere Gerüst gebaut wird, entscheidet die Art und Weise, wie die Haut dieses Gerüst bedeckt, über das äußere Erscheinungsbild.

Die Hauttypen der Patienten werden im Allgemeinen in folgende Kategorien eingeteilt:

  • Dünne Haut
  • Dicke Haut
  • Übermäßig dicke (ölige) Haut
  • Normale Haut

Bei Patienten mit dünner Haut besteht die größte Herausforderung in der Tarnung. Die Haut ist so dünn, dass selbst kleinste Unregelmäßigkeiten über dem Knorpel – Erhebungen in Stecknadelkopfgröße – von außen sichtbar sein können. Bei diesen Patienten ist es beim Formen einer scharf konturierten Nase wie der Russischen Nase notwendig, die Knorpelkanten sehr sorgfältig zu glätten und manchmal weichmachende Gewebe (wie Faszien) unter die Haut zu legen.

Bei Patienten mit dicker Haut ist die Situation umgekehrt. Die Haut wirkt wie eine dicke Decke; sie verdeckt und verbirgt die darunterliegenden Details. Es ist deutlich schwieriger, die feinen, eleganten und aufwärtsgerichteten Details der Russischen Nase bei einem Patienten mit dicker Haut sichtbar zu machen. In diesem Fall muss das innere Gerüst ausgeprägter, schärfer und stabiler als gewöhnlich aufgebaut werden, damit sich die Haut spannt und die darunterliegende Form sichtbar wird. Dicke Haut ist zudem schwerer und neigt dazu, die Nasenspitze nach unten zu ziehen. Daher müssen bei Patienten mit dicker Haut die oben beschriebenen strukturellen Stützen (insbesondere das Septal-Extension-Graft) deutlich stärker eingesetzt werden.

Kann eine Russische Nase bei Revisionsoperationen durchgeführt werden?

Dieser Stil kann auch bei Patienten angewendet werden, die bereits eine Nasenoperation hatten, bei denen sich die Nase jedoch abgesenkt hat oder die gewünschte Form nicht erreicht wurde. Dies wird jedoch als „Revisionsrhinoplastik“ bezeichnet und ist ein wesentlich komplexerer Prozess als die Erstoperation, da der Septumknorpel – unser wertvolles „Ersatzteil“ im Inneren der Nase – in der Regel bei der ersten Operation verbraucht oder beschädigt wurde.

Um eine Form wie die Russische Nase zu schaffen, die eine hohe strukturelle Stabilität erfordert, benötigen wir starke Knorpel. Ist im Inneren der Nase kein Knorpel mehr vorhanden, müssen wir Knorpel aus einem anderen Körperbereich transplantieren. An diesem Punkt kommt der „Rippenknorpel“ ins Spiel. Ein kleines Knorpelstück aus der eigenen Rippe des Patienten liefert uns reichlich und äußerst stabiles Baumaterial.

Die Vorteile der Verwendung von Rippenknorpel sind:

  • Er bietet reichlich Material.
  • Er ist sehr langlebig und stabil.
  • Er lässt sich gleichmäßig formen.
  • Das Risiko der Resorption ist gering.

Insbesondere um eine zuvor fehlgeschlagene und abgesunkene Nasenspitze in die Form der „Russischen Nase“ zu bringen, ist der nahezu vollständige Neuaufbau der Nase mit Rippenknorpel die zuverlässigste Methode.

Wie verläuft der Heilungsprozess und das Management von Schwellungen?

Nach solch detaillierten strukturellen Eingriffen erfordert auch der Heilungsprozess Geduld. In den ersten Wochen nach der Operation kann die Nasenspitze etwas stärker nach oben gerichtet erscheinen, als ursprünglich geplant. Patienten schauen dann manchmal besorgt in den Spiegel und fragen sich: „Ist meine Nase zu stark nach oben gedreht?“ Dies ist jedoch eine bewusste Entscheidung des Chirurgen, da sich die Nasenspitze im Heilungsverlauf durch die Schwerkraft und das Gewicht der Haut geringfügig – sogar im Mikrometerbereich – nach unten absenken wird (Setzungsreserve).

Schwellungen (Ödeme) sind insbesondere an der Nasenspitze das Letzte, was vollständig abklingt. Während sich Schwellungen am Nasenrücken schneller zurückbilden, formt sich die Nasenspitze über Monate hinweg langsam weiter. Bei Operationen wie der Russischen Nase, bei denen scharfe Konturen angestrebt werden, ist es notwendig, das vollständige Abklingen der Schwellung abzuwarten, damit diese feinen Details sichtbar werden. Während dieser Prozess bei Patienten mit dicker Haut 1–2 Jahre dauern kann, werden die Details bei Patienten mit dünner Haut deutlich früher sichtbar.

Kommt es langfristig zu einem Absinken der Nasenspitze?

Die größte Sorge unserer Patienten ist die Frage: „Wird meine Nase absinken?“ Bei älteren Operationstechniken, die mit traditionellen Methoden durchgeführt wurden, war dieses Risiko hoch. Mit den heute angewendeten fortschrittlichen Techniken der strukturellen Rhinoplastik ist dieses Risiko jedoch stark minimiert, da wir die Nasenspitze nicht nur mit Nähten, sondern mit stabilen Knorpelstrukturen unterstützen.

Es ist natürlich, dass die Nase im Laufe der Jahre mit dem Alter etwas an Flexibilität gewinnt. Eine korrekt durchgeführte Russische Nase, die mit starken Methoden wie dem Septal-Extension-Graft und der Tongue-in-Groove-Technik aufgebaut wurde, ist jedoch sehr erfolgreich darin, ihre Form und ihre charakteristische Aufwärtsrotation langfristig zu bewahren. Der entscheidende Punkt ist hierbei die richtige Analyse durch den Chirurgen und die Auswahl der geeigneten Technik entsprechend der Gewebestruktur des Patienten. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass mit einer gut geplanten Operation sowohl ästhetisch als auch funktionell überzeugende und zeitbeständige Ergebnisse erzielt werden können.

Zuletzt aktualisiert: January 20, 2026

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